Arbeitssicherheit – Arbeitsstätten und Ergonomie

Haben Sie Rückenprobleme? Achten Sie auf einen ergonomischen Arbeitsplatz!

Homeoffice ist inzwischen für viele Arbeitnehmer zur Normalität geworden. Viele von ihnen wundern sich, dass sie zunehmend mit Rückenproblemen zu tun haben. Geht es Ihnen auch so? Dann liegt es vielleicht daran, dass Ihnen ein ergonomischer Arbeitsplatz fehlt. Wie Sie Ihren Arbeitsbereich schon mit ein paar Tricks viel rückenfreundlicher gestalten können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was ist eigentlich Ergonomie?

Mit Ergonomie ist die Lehre von der Anpassung gemeint. Wenn wir von Ergonomie am Arbeitsplatz sprechen, geht es um die Anpassung der Arbeitsplätze, Maschinen und Hilfsmittel an den Menschen. Wenn der Mensch umgekehrt gezwungen ist, sich an die Arbeitsplatzbedingungen anzupassen, leidet häufig nicht nur die Leistung, sondern vor allem auch die Gesundheit. Deshalb wurde in den vergangenen Jahren zunehmend Wert daraufgelegt, dass Arbeitsplätze so konstruiert sind, dass der Mensch sich nicht verbiegen muss.

Praktisch bedeutet das, dass ein ergonomischer Arbeitsplatz so ausgestattet sein muss, dass der Mensch bequem arbeiten kann. Auch Umgebungsfaktoren wie Licht, Temperaturen und Ausgleichsübungen spielen dabei eine große Rolle.

Warum ist Ergonomie wichtig?

Ergonomie am Arbeitsplatz hat zum Ziel, dass Arbeitsbereiche und Umgebungen so gestaltet sind, dass das Risiko von Erkrankungen und Verletzungen so weit wie möglich minimiert wird.

Wenn Sie über einen längeren Zeitraum an Ihrem Arbeitsplatz verharren, ohne sich zwischendurch zu bewegen, wird es auf Dauer zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen. Dazu zählen:

  • Muskel-Skelett-Beschwerden wie Nacken- und Rückenschmerzen
  • Beeinträchtigungen des Herz- und Kreislaufsystems
  • Störungen der Verdauung und des Nervensystems

Wie funktioniert Ergonomie?

Die Lehre von der Ergonomie ist ein relativ neuer Wissenschaftszweig, der erst Mitte des letzten Jahrhunderts an Bedeutung gewann. Die Untersuchungen stützen sich aber auf Forschungen in vielen anderen älteren, etablierten Wissenschaftsbereichen wie zum Beispiel Technik, Physiologie und Psychologie.

Um zu fundierten Erkenntnissen zu gelangen, nutzen Wissenschaftler die Daten und Methoden unterschiedlicher Forschungsgebiete wie:

  • Anthropometrie: Körpergrößen, Formen; Populationen und Abweichungen
  • Biomechanik: Muskeln, Kräfte, Belastbarkeit
  • Umweltphysik: Lärm, Licht, Hitze, Kälte, Strahlung, Vibration
  • Körpersysteme: Hören, Sehen, Empfindungen
  • Angewandte Psychologie: Geschicklichkeit, Lernen, Fehlfunktionen
  • Sozialpsychologie: Gruppen, Kommunikation, Lernverhalten, Verhaltensweisen

Warum ist Ergonomie bei der Arbeit ein Bestandteil von Arbeitssicherheit?

Sicherheit und Ergonomie sind zu wesentlichen Leitprinzipien moderner Arbeitsplatzkultur geworden. Beides ist miteinander verbunden und spielt eine wichtige Rolle für den Erfolg von Unternehmen. Wer die Gesundheit seiner Mitarbeiter vernachlässigt, wird langfristig keine guten Mitarbeiter mehr haben.

Der Gesetzgeber verpflichtet Arbeitgeber zudem zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Sicherheit und Gesundheitsvorsorge seiner Belegschaft. Dabei beruft sich der Gesetzgeber auf das Arbeitsschutzgesetz. Es enthält Verordnungen zum Schutz der Arbeitnehmer und dient so der Gesunderhaltung am Arbeitsplatz. Arbeitsbereiche sollen so gestaltet sein, dass eine Gefährdung für die Gesundheit möglichst vermieden wird.

Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems sind der Hauptgrund für die Arbeitsunfähigkeit deutscher Arbeitnehmer. Für viele Unternehmen bedeutet dies Arbeitsausfall und eine erhebliche Einschränkung der Produktivität. Für die Arbeitnehmer ist es aber meist noch schlimmer: Chronische Schmerzen bis hin zur Arbeitsunfähigkeit machen das Leben zur Qual. Letztlich sind alle von den Folgen mangelnder Arbeitsplatzqualität betroffen, denn der hohe Krankenstand führt dazu, dass Krankenkassen ihre Beiträge erhöhen müssen.

Welche Faktoren beeinträchtigen die Arbeitssicherheit im Büro zusätzlich?

Krankheiten und Verletzungen am Arbeitsplatz werden meist nicht im Büro vermutet. Verdeutlichen Sie sich aber einmal Folgendes: Wenn Sie zum Beispiel 40 Wörter pro Minute schreiben, drücken Sie an einem 8-Stunden-Tag 12.000-mal in die Tastatur. Dies erfordert im Laufe eines Arbeitstages enorm viel Kraft.

Es ist aber nicht nur der Kraftaufwand, der die Gesundheit an Ihrem Büroarbeitsplatz gefährdet. Neben schlechter Beleuchtung, Raumtemperatur und fehlender Bewegung spielen noch andere Faktoren eine Rolle bei der Entstehung von Krankheiten. Dazu gehören:

  • Stress
  • unzureichende Arbeitsmittel
  • schlechte Arbeitsorganisation

Sicherheitsfachkräfte sollen dafür sorgen, dass der Schutz am Arbeitsplatz gewährleistet wird. Dafür werden in regelmäßigen Abständen Betriebsbegehungen durchgeführt, in denen die einzelnen Arbeitsplätze unter den Aspekten der Arbeitssicherheit begutachtet werden. Die Gefährdungsbeurteilungen geben Handlungsanweisungen für eine Reihe geeigneter Maßnahmen. Ein moderner Arbeitsplatz wird auch dahingehend beurteilt, dass das Ausmaß an psychischen Anstrengungen, eintöniger Arbeit und ungünstigen Körperhaltungen verringert wird.

Wie können Sie sich vor Rückenproblemen bei der Arbeit schützen?

Ein höhenverstellbarer Schreibtisch, ein ergonomisch geformter Bürostuhl und ein moderner Bildschirm unterstützen die richtige Haltung am Arbeitsplatz. Das kann schnell ins Geld gehen und nicht immer werden diese Kosten vom Arbeitgeber übernommen. Zum Beispiel, wenn Sie im Homeoffice arbeiten. Aber schon mit ein paar einfachen Methoden und Mitteln können Sie selbst dafür sorgen, dass Ihnen ein ergonomischer Arbeitsplatz zu eigen wird:

Achten Sie auf Ihre Körperhaltung!

Sitzen Sie aufrecht und sorgen Sie dafür, dass sich Ihr unterer Rücken an der Sitzlehne stützt. Stellen Sie die Höhe Ihres Stuhls so ein, dass Ihre Füße flach auf dem Boden sind.

Richten Sie die Monitorhöhe aus!

Die richtige Monitorhöhe ermitteln Sie, indem Sie den Computermonitor direkt vor sich stellen. Die Mitte des Bildschirms muss sich nun auf der Höhe Ihrer Nase befinden. Tut sie das nicht, justieren Sie nach. Ist der Monitor zu niedrig, neigen Sie Ihren Kopf nach unten und erhöhen die Belastung für Ihren Nacken. Ist der Monitor zu hoch, legen Sie den Kopf zu sehr nach hinten, was ebenfalls zu Schmerzen führt.

Bewegen Sie sich!

Je länger Sie sitzen, desto schwieriger wird es, eine gute Haltung zu bewahren. Versuchen Sie während Ihres Arbeitstages insgesamt mindestens ein bis zwei Stunden in Bewegung zu sein. Falls Ihnen die Möglichkeiten dazu fehlen, verwenden Sie zwischendurch ein Stehpult für die Arbeit.

Welche kostengünstigen Möglichkeiten gibt es noch, die Arbeitsplatzsituation zu verbessern?

Bildschirmbrille

Eine Bildschirmbrille ermöglicht einen weitläufigen Sehbereich auf mittlerer Entfernung. Bildschirmbrillen erleichtern die Arbeit am Monitor und schützen die Gesundheit, indem Sie Haltungsschäden entgegenwirken. Häufig werden die Kosten für eine solche Sehhilfe vom Arbeitgeber übernommen oder zumindest bezuschusst.

Lüftungsgeräte

Luftreiniger und Luftbefeuchter sorgen für ein gesundes Raumklima. Kostengünstige Modelle gibt es überall im Fachhandel. Die Geräte sind kompakt und sehr leise.

Tageslichtlampen

Tischlampen, die das Tageslicht simulieren, helfen bei der inneren Ausgeglichenheit. Mit der natürlichen Helligkeit fühlt man sich wacher und fitter und das warme Licht schützt die Augen.

Fazit

Die Einhaltung von ergonomischen Prinzipien und Vorgaben ist wichtig, weil sie vor körperlichen Belastungen schützen. Dadurch werden Krankheiten reduziert, Aufgabenausführungen erleichtert und ein schnellerer Informationsaustausch in der Arbeitsumgebung ermöglicht.

Der Beitrag hat gezeigt, dass ergonomische Arbeitsplätze von enormer Bedeutung für die Gesundheit sind. Deshalb ist es wichtig, auf die Sicherheit bei der Arbeit zu achten. Dabei geht es darum, dass sich die Arbeitsumgebung an den Menschen anpasst und nicht umgekehrt.

Rückenschmerzen und andere Beschwerden führen zu Unzufriedenheit der Mitarbeiter, einem Anstieg der Krankheitstage und einer insgesamt geringeren Produktivität. Maßnahmen für einen ergonomischen Arbeitsplatz bedeuten aber nicht nur, einen teuren Bürostuhl zu kaufen. Schon mit Kleinigkeiten lässt sich der Gesamtkomfort erhöhen und die Gesundheit verbessern.

Achten Sie bei der Gestaltung eines ergonomischen Arbeitsplatzes auch auf Aspekte wie Arbeitsmittel, Beleuchtung, Temperatur, Mobiliar, Lärmpegel und psychische Belastungen. Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken.

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