Auf welche Dinge muss ich beim Kauf von Kindersitzen achten?

Ein Autokindersitz gehört zu den wichtigsten Käufen von Eltern. Der Sitz begleitet ein Kind jahrelange, denn bis zum 12. Lebensjahr ist dieser Pflicht bei der Fahrt.

Von der Babyschale bis zum Kindersitz: Die Auswahl an Produkten ist hoch. Kein Wunder, dass Eltern sich Rat wünschen. Hier gibt es Tipps, worauf beim Kauf zu achten ist.

Reboarder: Kleinkinder fahren sicher – aber rückwärtsgerichtet
Kleine Kinder sollten so lange es geht rückwärtsgerichtet im Auto mit fahren. Der entsprechende Sitz nennt sich Reboarder. Der Grund: Bei einem frontalen Unfall sind die Kleinsten besser geschützt. Wird der Kopf bei einem Unfall nach vorn geschleudert, kann der Nacken des Kindes den wirkenden Kräften nichts entgegensetzen. Mit einem Kindersitz, der nach europäischer i-Size-Norm, zugelassen ist, fahren Kinder bis 15 Monate sicher rückwärts mit. Der Autoverband ADAC rät ebenfalls zum Kauf eines Reboarders. Empfohlen wird das Rückwärtsfahren bis zu einem Alter von zwei Jahren.

Sobald das Kind nach vorne ausgerichtet werden soll, können Kindersitze mit Fangkörper gekauft werden. Dieser wirkt wie ein aufgeblasener Airbag. Bei einem Autounfall wird verhindert, dass die Kraft nur auf den Kopf des Kindes einwirkt. Die Wirbelsäule wird ebenfalls vor schweren Verletzungen geschützt. Der Fangkörper wird mit einem Gurt vor dem Kinderkörper angebracht (Bauchbereich). So manches Kind mag einen Fangkörper gar nicht und fühlt sich schnell eingeengt. Hier sollten Eltern einfach auf ihr Kleines achten und schauen, welche Befestigungsmöglichkeiten es gibt.

Kindersitz: Welche Befestigungsmöglichkeiten gibt es?
Generell unterscheidet man zwischen ISOFIX-Systemen und Dreipunktgurten. Der korrekte Einbau des Kindersitzes garantiert Schutz und Sicherheit.

Für ein Isofix-System muss das Auto mit einem entsprechenden Haltebügel versehen sein. Nur so kann der Sitz sicher im Fahrzeug verankert werden. Seit 2013 sind alle Automodelle mit diesen Halterungen versehen. Ältere Autos müssten also aufrüsten (weitere Infos im Handbuch).

Als Alternative können die Kids mit den fahrzeugeigenen Sicherheitsgurten befestigt werden. Das geht ganz einfach: Kindersitz mit dem Dreipunktgurt an den Autositz schnallen. Bitte beachten: Für eine korrekte Gurtführung sollte stets die Bedienungsanleitung des Kindersitzes gelesen werden.

Die Vorteile von Isofix
Ein Isofix-Sitz ist in der Handhabung deutlich einfacher. Es gibt Metallschlaufen, die unmittelbar an der Karosserie des Autos befestigt werden. Das führt zu deutlich höherem Schutz und gesteigerter Sicherheit. Eltern brauchen auch nicht fürchten Schulter- und Beckengurte zu vertauschen. Eine zu lockere Befestigung ist ebenfalls ausgeschlossen. Vor dem Kauf eines Isofix-Kindersitzes sollte dieser aber ausprobiert werden. Am besten auch mit dem Kind prüfen, denn nur so können Eltern sehen, ob sich das Kind wirklich wohl fühlt. Manche Kindersitze weisen einen zusätzlichen Standfuß auf. Dieser wird im Fußraum des Autos aufgestellt. Die Stütze sorgt für mehr Stabilität – also noch mehr Schutz.

Gurt ist zu kurz? Was tun?
Vor allem bei Babyschalen kann es dazu kommen, dass der übliche Gurt im Wagen zu kurz ausfällt. Guter Rat ist teuer. Doch es gibt eine Lösung: Der Gurt kann mit Genehmigung des Fahrzeugherstellers verlängert werden.

Kann ich auch einen gebrauchten Kindersitz kaufen?
Das kommt drauf an. Prinzipiell spricht nichts dagegen und etwas Geld sparen, kann ja auch nicht schaden. Allerdings steht die Sicherheit des Kindes an erster Stelle und sollte der gebrauchte Kindersitz schon Abnutzungserscheinungen aufweisen, sollte auf den Gebrauch verzichtet werden. Vor allem sollte der Sitz unfallfrei sein. Tipp: Kaufen Sie keinen gebrauchten Kindersitz ohne die Accessoires. Sind Sitzverkleinerer oder Stützpolster nicht mehr vorhanden, lieber Abstand nehmen.

Share