Wie sicher ist ein Safe oder Tresor zu Hause?

Was bringt ein Tresor zu Hause?

Wohnungseinbrüche gibt es immer. Sicherheitsvorkehrungen an Fenster und Türen sowie Alarmanlagen halten Einbrecher zwar ab, trotzdem drangen im Jahr 2019 in Deutschland über 40.000 Diebe in die Wohnung ein. Wer Wertgegenstände im eigenen Heim aufbewahrt, sollte diese vor Diebstahl schützen. Ein wichtiger Aspekt spielt dabei die Hausratversicherung. Lesen Sie, was es zu beachten gilt.

Sicherheit – was können Sie zu Hause ohne Safe aufbewahren?

Es gibt ideelle und finanzielle Besitztümer. Wertsachen, an denen Ihr Herz hängt, wie etwa geerbte Familienschmuckstücke, sollten Sie – unabhängig vom finanziellen Wert – sicher in einem Safe verwahren, denn der Verlust lässt sich nicht mit Geld aufwiegen. Vereiteln Sie den Diebstahl dieser Gegenstände soweit als möglich.
Dinge des täglichen Gebrauchs wie Schmuck, Uhren, Handys, Tablets oder Bargeld sollten Sie bei Abwesenheit nicht offen herumliegen lassen. Dies lädt Einbrecher beim Blick durchs Fenster dazu ein, zuzugreifen.
Die Hausratversicherungen legen Obergrenzen für die Erstattung von Wertsachen fest. Diese variieren und liegen bei älteren Verträgen bei 20 Prozent, bei neueren zwischen 30 und 50 Prozent der Versicherungssumme. Weitere Höchstgrenzen gelten für nicht besonders geschützte Wertsachen, in der Regel sind Bargeld bis zu 1.500, Wertpapiere bis zu 5.000 und Schmuck, Briefmarken und Gold bis zu 20.000 Euro im Normalfall versichert.

Wann brauchen Sie einen Tresor?

Besitzen Sie Wertgegenstände in der Wohnung, die die vorgenannten Werte übersteigen, brauchen Sie einen Tresor, um sie zu versichern.
Für die Aufbewahrung von Wertsachen verlangen die Hausratversicherungen Tresore bestimmter Sicherheitsklassen oder Widerstandsgrade. Je höher der Widerstandsgrad, desto höher der Versicherungswert. Allerdings sind die Tresore vorschriftsmäßig zu verankern. Tresore bis zu 1.000 Kilogramm müssen entweder an der Wand oder am Boden befestigt sein, damit Täter sie nicht einfach mitnehmen können.
Billigtresore vom Baumarkt wiegen Sie in Pseudo-Sicherheit. Profis hebeln diese Tresore in wenigen Minuten von der Wand oder öffnen sie mit einem gekonnten Schlag und tragen ihn bequem unterm Arm mit nach Hause. Damit erleichtern sie Dieben die Arbeit, denn sie müssen nicht erst nach Wertsachen suchen.

Schutz gegen Einbruch – Sicherheitsklassen und Widerstandsgrade

Tresore, die einen Einbruchschutz bieten, besitzen ein Zertifikat. In Deutschland gibt es zwei Zertifizierungsstellen für Tresore. Dies sind einerseits die VdS Schadenverhütung GmbH (VdS) und die European Certification Body GmbH (ECB-S). Beide prüfen und zertifizieren nach der europäischen Norm EN 1143-1 und sind vergleichbar. Die Klassen des VdS oder die ECB-S-Widerstandsgrade liegen mit aufsteigender Einbruchsicherheit zwischen 0 und 6, vielmals kurz als EN 0 bis EN 6 bezeichnet.
Neben Wertschutztresoren gibt es Sicherheitsschränke nach den VdS-Klassen S1 und S2 gemäß der Norm EN 14450. Ferner existieren veraltete VDMA-24992 Bezeichnungen A und B. Zusätzlich zur Zertifizierung für Einbruch spielt der Brandschutz eine Rolle. Dieser wird nach eigenen Normen geregelt.
Die jeweiligen Versicherungssummen unterscheiden sich nach privater und gewerblicher Nutzung. Des Weiteren erhöht sich der Versicherungsschutz beim Einsatz einer vom VdS anerkannten Einbruchmeldeanlage (EMA).
Im Privatbereich liegen die Versicherungssummen für Tresore der alten Bezeichnungen nach VDMA A und B bei etwa 2.500 Euro, der Sicherheitsstufe S1 bei 5.000,00 sowie von S2 bei 20.000,00 Euro.
Höheren Versicherungsschutz bieten die Wertschutztresore (ohne/mit EMA)
EN 0 (40.000/80.000), EN 1 (65.000/130.000), EN 2 (100.000/200.000), EN 3 (200.000/400.000), EN 4 (400.000/800.000), wobei die Tresore EN 5 und 6 oft Vereinbarungen unterliegen.

Schutz gegen Brand – Papier und Daten

Wertsachen ziehen einerseits Diebe an, aber es lauern weitere Gefahren. Insbesondere brauchen wertvolle Dokumente wie Briefmarken, alte Bücher oder Daten Vorkehrungen gegen Feuer. Papier in einem leichten Brandschutzschrank der Güteklasse LFS 30 P hält Feuer 30 Minuten stand, während ein Datensicherungsschrank S 60 D Datenträger 60 Minuten gegen Brand und 85 % rel. Luftfeuchte schützt.

Fazit

Teure Wertsachen gehören im Haus oder in der Wohnung in einen zertifizierten Tresor. Billigsafes bieten kaum Schutz. Als Alternative bieten sich Bankschließfächer an, insbesondere für Gegenstände, die sie nicht täglich benutzen.

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